Fabio Soldati
hat die alpine App PeakFinder entwickelt – eine der erfolgreichsten Smart­phone-Anwendungen aus der Schweiz.

Was hat Sie auf die Idee gebracht, Apps zu entwickeln?
Wie viele andere Entwickler hat mich der App-Markt fasziniert. Man braucht im Prinzip nur ein Notebook mit Internetanschluss, genügend Zeit und eine zündende Idee. Wenn die App fertig ist, stellt man diese in den Store und hofft, dass viele Leute Freude daran haben. Um Vertrieb und Abrechnung muss man sich nicht kümmern. Das übernehmen die Store-Betreiber.

Und wie kam es zur PeakFinder-App?
Auf einer Wanderung stritten sich meine Schwester und deren Freund um den Namen eines Berges. Da kam mir die Idee einer mobilen Tafel, welche von jedem Standort aus das umliegende Bergpanorama anzeigt. Damit haben die Streitereien um Bergnamen ein Ende gefunden. Mit über 150 000 Verkäufen ist PeakFinder eine der erfolgreichsten Schweizer Apps. Der Anteil der iPhone-Version macht gegenüber Android etwa 80 Prozent aus.

Wie lange haben Sie an der PeakFinder-App gearbeitet? Wird es in absehbarer Zeit Updates mit neuen Funktionen geben?
Inzwischen sind über 1000 Stunden in die Entwicklung geflossen. Aktuell suche ich nach einer Möglichkeit, Ortschaften und Seen in die Panoramaansicht aufzunehmen. Daneben gibt es immer wieder kleinere Verbesserungen.

Wie schafft man es, seine App bekannt zu machen?
Die Konkurrenz ist ja bei mehreren 100 000 Programmen im
Android Market oder Apple App Store gross... Als einzelner Entwickler hat man kein grosses Marketingbudget. Deshalb habe ich versucht, die App über möglichst viele Blogs, welche sich mit Smartphone-Apps oder Outdoor-Sportarten befassen, bekannt zu machen. An einem Wochenende mit schönem Wetter und guter Fernsicht habe ich viel bessere Verkaufszahlen als an einem regnerischen Montag. Die Leute zeigen sich die App also in den Bergen.

Nehmen Sie auch Aufträge von anderen Firmen an?
Ich habe einige Beratungsmandate im Bereich von App-Entwicklungen. Ansonsten arbeite ich am PeakFinder und versuche, das Produkt noch attraktiver zu machen.

Welche Unterschiede gibt es aus Entwicklersicht zwischen den mobilen Plattformen Android, iOS, Windows Phone und Symbian?
Grosse konzeptionelle Unterschiede gibt es nicht. Wer ein System verstanden hat, kann sich relativ schnell in andere Plattformen einarbeiten. Da diese aber unterschiedliche Programmiersprachen nutzen, beginnt man mit dem Codieren immer wieder bei Null. Das ist wenig befriedigend.  

In welchen Segmenten sehen Sie das stärkste Zukunftspoten­zial für Apps?
Der lukrativste Bereich bleiben die Spiele. Dieser Markt ist aber auch am härtesten umkämpft. Ausserdem wird es viele Neuentwicklungen mit Text-, Bild- oder Spracherkennung geben. Damit diese erfolgreich sind, müssen die Apps aber intuitiv in der Bedienung sein und sehr hohe Erkennungsraten liefern.