Kein Knistern der Seiten mehr beim Umblättern, kein Befeuchten der Finger – im Buch der Zukunft, dem eBook, wird  per Knopfdruck oder Fingerberührung geblättert. Man kann im Laden oder online nicht nur ein auf Papier gedrucktes Buch kaufen, sondern auch in digitalisierter Form auf dem eReader, dem Tablet-PC, auf dem Computer oder auf dem Smartphone lesen.

Per Mausklick zum Buch
Es ist eine andere Art des Lesens. Der Bildschirm ist von der Gestaltung her dem Buch ähnlich, doch ohne die Seiten, ohne den Papiergeruch, aber auch ohne das Gewicht eines Buches. Dabei haben die Nutzer die Qual der Wahl zwischen verschiedenen Geräten – und sind deshalb auf Beratung angewiesen. Der Buchhändler Orell Füssli hat sich deshalb entschieden, für virtuelle Bücher einen reellen Buchladen einzurichten, den eBook-Shop in der Zürcher Filiale Kramhof. Bisher war das Herunterladen von digitalen Büchern auf einen eReader relativ aufwändig und sei laut Andràs Németh von Orell Füssli für den Durchschnittsanwender zu kompliziert gewesen. «Heute ist man mit drei Mausklicks am Lesen», so Németh. Allerdings sind die eReader in der Handhabung, direktem Shop-Download und Touchscreen-Technik noch nicht mit den modernen Tablet-PCs gleichzusetzen. Auch Kritiker des eReaders glauben, dass dieser in Zukunft von Geräten mit weiteren technischen Funktionen abgelöst wird.

In Zukunft wird digital gelesen
Orell Füssli versuche nicht, der zunehmenden Digitalisierung des Buchhandels entgegenzuwirken, sagte Michel Kunz, CEO der Orell Füssli Holding, an der Pressekonferenz zur Eröffnung der eBook-Filiale. Schliesslich solle der Kunde selber auswählen, über welchen Kanal er lesen wolle. Der Absatzmarkt von eBooks verdoppele sich jährlich, auch die Nachfrage. «Der Markt für eBooks steckt in den Kinderschuhen, wächst aber dynamisch», so Kunz. Dies habe eine Substituierung der gedruckten Bücher durch eBooks zur Folge. Und schon heute kostet ein eBook um einen Drittel weniger als dessen gedruckte Version. Dabei kann man sein digitales auch direkt Buch personalisieren mit diversen Hüllen und Zubehör. Das Lesezeichen ist also nicht mehr das einzige Buch-Accessoire, das Buchhändlern zusätzlichen Umsatz beschert. Die aufkommende Digitalisierung des Buchhandels und dessen Verkaufsprodukte werden die Buchlandschaft verändern, insbesondere die gedruckten Bücher werden in Zukunft rarer. Kunz glaubt aber nicht, dass Bibliotheken irgendwann zu Museen werden. «Es ist mehr ein Nebeneinander, als dass das eBook das gedruckte Buch komplett ablöst», so Kunz. Man braucht vielleicht einfach kein Bücherregal mehr, sondern kann bis zu 2000 eBooks in der Hosentasche mit sich tragen.