Was genau, Herr Pawlitzek, muss ich mir unter dem «Internet der Dinge» vorstellen?

Das IoT besteht aus physikalischen Komponenten wie zum Beispiel Fahrzeugen, Haushaltsgeräten, Gebäuden oder Produktionsanlagen, welche mit Elektronik, Software, Sensoren und Aktoren ausgestattet sind.

Sie sind über das Internet vernetzt und können Daten erfassen und austauschen.

Welche Möglichkeiten und Chancen eröffnen sich damit den Nutzern?

Das IoT soll das Leben und Arbeiten von Menschen unterstützen und verbessern. Es verspricht neue intelligente Produkte und Dienstleistungen sowie wirtschaftliche Vorteile.

Wo liegen denn die Risiken bei der Vernetzung von Geräten?

Zu den Risiken gehören der Datenmissbrauch, die mangelnde Datensicherheit sowie eine hohe Verwundbarkeit aufgrund der Verknüpfung von realer und virtueller Welt. Datensicherheit wird oft vernachlässigt, weil ein Mangel an Wissen besteht und weil damit zusätzliche Kosten verbunden sind.
 

Datensicherheit dient aber dem Schutz vor Gefahren und der Vermeidung von wirtschaftlichen Schäden.
 

Das «Internet der Dinge» ist nicht nur Teil der Digitalisierung, sondern auch Teil von Industrie 4.0. Wo liegen hier die Gemeinsamkeiten beziehungsweise wo unterscheiden sich das «Internet der Dinge» und Industrie 4.0?

Als Industrie 4.0 wird die Digitalisierung in der Produktion und der Logistik bezeichnet. Sie umfasst die Integration von Informationssystemen der Produktion und der Logistik sowie die Anwendung des Internets der Dinge und Dienste in industriellen Prozessen.

Die technische Basis für Industrie 4.0 bildet die Vernetzung von Maschinen. Ziel ist die Smart Factory, wo effizient und flexibel individualisierte Produkte hergestellt werden.

Da mit der neuen Technologie zahlreiche Daten erfasst, gespeichert und untereinander ausgetauscht werden, spielt der Datenschutz wie erwähnt eine zentrale Rolle. Wie kann dieser gewährleistet werden?

Datensicherheit bedeutet, dass Informationssysteme Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit sicherstellen. Daten müssen bei Bedarf verfügbar sein. Mit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) regelt der Staat den Gebrauch von personenbezogenen Daten.

Welche konkreten Anwendungen im «Internet der Dinge» funktionieren bereits?

Es gibt bereits Hunderte von IoT-Anwendungen in den Bereichen Gebäudeautomation wie Smart Home, Städtemanagement beziehungsweise Smart City, Umwelt- und Energie-Systeme (Smart Grid), ebenso im Einzelhandel und in der Landwirtschaft (Smart Agriculture), in der Industrie 4.0 (Smart Factory) und im Bereich Gesundheit (Smart Health).

Welche Anwendungsbereiche könnten in Zukunft Realität werden?

Die Betreuung älterer Menschen wird aufgrund des Pflegepersonalmangels in Zukunft immer schwieriger.

Gesundheitsüberwachungssysteme können hier bestimmte Aufgaben übernehmen. Ferner werden wir viele intelligente vernetzte Produkte sehen, welche in ein digitales Ökosystem eingebunden sind. So entstehen neue Dienstleistungen.

Wo steht die Forschung derzeit?

Es werden zurzeit neue Protokolle für eine effizientere Datenübermittlung entwickelt und es finden Standardisierungen statt. Ferner entstehen neue, meist service-orientierte Businessmodelle, um die erfassten Daten zu verwerten. Die Auswertung der Daten geschieht mit neuen analytischen Methoden und maschinellem Lernen.