Optimale Steuerung gefragt

Die digitale Transformation weckt Hoffnungen, löst aber auch gewisse Ängste aus. Gerade Klein- und Mittelunternehmen (KMU), die im Gegensatz zu Grossfirmen kaum über einen Stab an Spezialisten auf diesem komplexen Gebiet verfügen, fragen sich, wie sie ihre Prozesse dank neuer digitaler Möglichkeiten optimal steuern und möglichst effizient gestalten können.


Dieses Vakuum an Information und Beratung möchte die im vergangenen Jahr gegründete SwissICT-Fachgruppe «Industrie 4.0» mit einem neuen Serviceangebot zugunsten von KMU füllen.
 

Die neue Arbeitsgruppe hat sich zum Ziel gesetzt, Markt- und Fachwissen aufzubereiten und Interessierten auch Know-how zur Verfügung zu stellen. «Angesprochen sind in erster Linie Mitglieder unseres Fachverbandes SwissICT», sagen Roland Klüber und Fritz Wüthrich, beides Mitglieder der Fachgruppe.

Man stehe bei Bedarf aber auch externen Klein- und Mittelbetrieben bei Anliegen und Fragen zur Verfügung.

Grosse Fortschritte

Das Thema Automatisierung sei zwar nicht neu, aber im Vergleich zu früher hätten etwa die Miniaturisierung in der Computertechnologie, die Vernetzung über die eigene Firma hinaus, die Sensortechnik sowie die Systemintelligenz von Maschinen derartige Fortschritte erzielt, dass ein einzelnes KMU schnell einmal an Grenzen stösst.

Die  SwissICT-Fachgruppenmitglieder verfügen über einen grossen Vorteil: Die USP, das Alleinstellungsmerkmal, heisst «Praxiserfahrung». Wüthrich fungiert als Consultant und Bereichsleiter Industrie 4.0 bei der Wipro Ltd., während Dr. Roland Klüber als CEO der Firma Consilis (Innovationsenabler) vorsteht.

Die Kombination von einem guten theoretischen Grundgerüst und reichhaltiger Praxiserfahrung seien ideale Voraussetzungen, um anderen Praktikern beratend beistehen zu können.

Vernetzung an Workshops

Eine gute Gelegenheit dazu bot sich kürzlich (Ende August 2018) bei einem von der Fachgruppe Industrie 4.0 initiierten Workshop. Die Teilnehmenden wurden mit Herausforderungen realer Industrie 4.0 vertraut gemacht. Neben Workshops sollen sich die Teilnehmenden auch an periodisch stattfindenden Anlässen austauschen können.

Interoperabilität, Datenwertmanagement, Business Ecosystem, Business Case und Führungskultur sind kritische Erfolgsfaktoren: Interoperabilität bedeutet Verknüpfung von Systemen, Techniken und Organisationen. Beim Datenwertmanagement muss die Verwertbarkeit erreichbar sein.

Beim Business Ecosystem dient die Natur als Vorbild: Es gilt, von Unternehmen über Lieferanten bis zu Kunden die geeigneten Beziehungen untereinander aufzubauen, die für alle Seiten von Vorteil sind.

Ohne einen Business Case, der in verteilter Wertschöpfung ausreichend Rentabilität einer Investitionsmöglichkeit bietet, ist keine nachhaltige Verbesserung erreichbar. Schliesslich muss noch eine fehlerverzeihende und erforschende Führungskultur dazukommen.

Aus Fehlern lernen

Sinn und Zweck besteht stets darin, verschiedenste Sichtweisen kennenzulernen, aber auch aus Fehlern zu lernen. Das ist den beiden ein wichtiges Anliegen: «Im vermeintlichen Scheitern liegt der (Lern-)Erfolg.» Wer optimieren will, muss immer wieder neue Wege wagen und schnell umschwenken können.